Krebs: Übertragung im Mutterleib auf das Kind
Dienstag, Oktober 13th, 2009 | Allgemein
In Japan hat eine schwangere Frau ihr Kind im Mutterleib mit Krebs “angesteckt“. Die Frau erfuhr kurze Zeit nach der Geburt, das sie an Leukämie leidet. Ungefähr 10 Monate später wurde bei dem Kind ein Krebsgeschwür am Kiefer festgestellt.
Eine gleichzeitige Erkrankung von Mutter und Kind hielten die Ärzte für unwahrscheinlich. Ein japanisches Forscherteam untersuchte den Fall weiter und fand heraus, dass die Krebs-DNA von Mutter und Kind sehr ähnlich waren.
Unter normalen Umständen arbeiten die Immunsysteme von Mutter und Kind getrennt voneinander. Das Immunsystem eines Kindes kann so gefährliche Zellen oder Viren abwehren, selbst wenn diese von der Mutter stammen.
In diesem Fall hatten die Zellen allerdings eine unzureichende Oberflächenstruktur und konnten so das ungeborene Kind “anstecken”. Sogenannte HLA-Allele markieren körpereigene Zellen und schützen sie so vor dem Immunsystem.
Das Immunsystem des Kindes hätte die HLA-Allele der Mutter in den Zellen erkannt und diese angegriffen. In diesem Fall war die Markierung allerdings nicht vorhanden. Das Immunsystem des Kindes wurde so überlistet.
Forscher gehen davon aus, dass die Entfernung der HLA-Allele als eine Strategie angesehen werden kann, welche es den Krebszellen ermöglicht von einem Körper in einen anderen zu wanden.
Allerdings soll diese Variante sehr selten sein – bisher soll es nur 17 dokumentierte Fälle geben. Dem Kind soll es mittlerweile bereits wieder gut gehen, allerdings verstarb leider die Mutter auf Grund von Komplikationen während der Behandlung.
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